Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Die naturwissenschaftliche Medizin hat in den letzten 200 Jahren unbestreitbare Erfolge aufzuweisen. Den Nimbus der „Heilkunst“ hat sie damit aber offensichtlich eingebüßt, und nicht wenige Patienten wie auch Ärzte beklagen einen Verlust an zwischenmenschlicher Nähe und Berührung. Ist somit der Preis für den technisch messbaren Fortschritt zu hoch? Bedarf es einer Wiederbesinnung auf zutiefst menschliche Voraussetzungen und Bedürfnisse in Form einer anthropologischen, philosophisch reflektierten Herangehensweise? Ist die Medizin als exakte Wissenschaft ohnehin nur Chimäre? Jagen wir einer Objektivität nach, die es in der Vielfalt des Lebendigen gar nicht geben kann? Treffen wir tatsächlich rationale Entscheidungen?

Diese Fragen wollen wir stellen und mit Hilfe hochrangiger DenkerInnen vielleicht auch Antworten finden.

Denn „Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein.“  (Rainer Maria Rilke)

Kommen Sie nach Wien, diskutieren Sie mit uns medizinische Fragen aus philosophischer Sicht. Die Gesellschaft für Philosophie und Medizin möchte Sie dazu einladen.

Dr. Helmut Hofbauer
Präsident past der Gesellschaft für Philosophie und Medizin – PhiloMedGes

Dr. Marina Marcovich
Präsidentin der Gesellschaft für Philosophie und Medizin – PhiloMedGes

Wissenschaftliche Leitung

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Anforderungen an unser ärztliches Handeln werden immer anspruchsvoller. Neben den wirtschaftlichen Vorgaben, der Bürokratie oder den wissenschafts- und handlungstheoretischen Problemen bleibt uns meist kaum bis keine Zeit mehr, die grundlegenden Fragen des ärztlichen Selbstverständnisses zu stellen, oder sogar zu beantworten.  Ist denn alles, was wir im besten Glauben an Fortschritt und Technik tun, auch wirklich im Sinn des Patienten? Wie gut läuft eigentlich die Kommunikation mit unseren Patienten ab? Und wie sehr positionieren wir uns im Wechselspiel von Leben und Tod?

Galen (129 bis ca. 200 n. Chr) – ein Arzt in hippokratischer Tradition und begabter Schriftsteller – schreibt in einem seiner Traktate:
"Quod optimus medicus sitquoque philosophus“ – dass der vorzügliche Arzt auch ein Philosoph sein muss. Er war der tiefen Überzeugung, dass die Medizin nur in enger Verbindung mit der Philosophie sachgemäß betrieben werden kann. Die Philosophie liefert der Heilkunde den theoretischen Rahmen und das geistige Rüstzeug.

Dieses Symposium stellt eine gute Plattform dar, um das Fachwissen der Medizin mit dem Orientierungswissen der Philosophie zu verbinden sowie die zentralen Fragen der heutigen Medizin auch philosophisch intensiv zu diskutieren. Es ist höchst an der Zeit, dass sich philosophisch geschulte Mediziner mit guten Argumenten in die Diskussion der herausfordernden Fragestellung unseres Zeitalters einbringen.

Leben, Tod, Krankheit, Leid, Schmerz oder Wissenschaft, Kausalität und Erkenntnis: Das sind Begriffe, die eine philosophische Auslegung erfahren sollten und es sind Begriffe, mit denen wir Ärztinnen und Ärzte täglich konfrontiert sind. Die Auseinandersetzung mit diesen sollte aber nicht nur auf einer akademischen Ebene passieren, sondern vor allem im täglichen ärztlichen Handeln.

In diesem Sinne wünsche ich den Teilnehmern des Symposiums einen informativen und lehrreichen Tag.

a.o. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien